Fachausbildung · Therapiebegleithund

Ein Therapiebegleithund berührt und bewegt.

Therapiebegleithunde begleiten Fachpersonen aus dem therapeutischen, pädagogischen, sozialen oder medizinischen Bereich bei ihrer professionellen Arbeit mit Menschen. Sie wirken wertfrei, beruhigend und motivierend und können emotionale, soziale, motorische sowie kognitive Entwicklungen unterstützen. Die Ausbildung erfolgt praxisnah, fachlich fundiert und auf Grundlage positiver Verstärkung.

Ein Therapiebegleithund berührt mit der Nase ein farbiges Drehrad, das eine Person auf einem Teppich hält

Auf einen Blick

Eckdaten

Dauer

6 Module

Abschluss

Schriftlich & praktisch

Region

LU, ZG, SZ, AG, NW, OW, ZH

Zertifikat

1 Jahr gültig

Kosten

Auf Anfrage

Vereinbare jetzt dein unverbindliches 15‑minütiges Kennenlerngespräch.

Ein aprikotfarbener Therapiebegleithund sitzt neben einer Person auf einem Stuhl, vorne liegt eine rote Greifzange

Wirkung / Ziel

Wozu ein Therapiebegleithund?

Ein Therapiebegleithund öffnet Türen, die Worten oft verschlossen bleiben. Er begegnet Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen ohne Urteil und unterstützt sie emotional, sozial und kognitiv.

  • Wirkt beruhigend und baut Ängste ab
  • Motiviert zum Gespräch und fördert Offenheit
  • Unterstützt emotional, sozial und kognitiv
  • Ergänzt Therapie und Begleitung nachhaltig

Voraussetzungen

Was Hund und Mensch mitbringen sollten

Im Erstgespräch werden Hund und Mensch individuell eingeschätzt: Typ, Charakter und Eignung. Eine Ausbildung ist nur bei positiver Einschätzung möglich.

Der Hund

  • Freundliches, menschenbezogenes Wesen
  • Freude an Berührung und sozialem Kontakt
  • Hohe Toleranz gegenüber Lärm, Bewegung, fremden Gerüchen und wechselnden Umgebungen
  • Stabiles Nervenkostüm, Frustrationstoleranz und Stressresistenz
  • Sicherer Grundgehorsam und gute Orientierung am Menschen
  • Kein ausgeprägtes Ressourcenverhalten
  • Keine Aggression Menschen gegenüber
  • Vollständige Grundimmunisierung

Ein zukünftiger Therapiebegleithund sollte seine Welpen- und Junghundezeit ohne spezifische Aufgaben durchlaufen haben und körperlich wie psychisch gesund sein. Ein Mindestalter gibt es nicht.

Der Mensch

  • Interesse an der Arbeit mit Menschen
  • Mindestens 18 Jahre alt
  • Bereitschaft, sich zugunsten des Hundes und des Gegenübers zurückzunehmen
  • Belastbarkeit und Flexibilität in emotional anspruchsvollen Einsätzen
  • Fähigkeit, den Hund vor Überforderung zu schützen
  • Ruhige, professionelle Führung

Der Einsatz des Hundes erfolgt stets freiwillig: Er soll nicht müssen, sondern dürfen.

Typische Einsatzbereiche

Wo Therapiebegleithunde wirken

Ein gut ausgebildetes Team erkennt Grenzen, schützt den Hund vor Überforderung und gestaltet Einsätze als Bereicherung für alle Beteiligten.

  • Alters- & Pflegeheime
  • Psychiatrische Einrichtungen
  • Kliniken & Rehabilitationszentren
  • Schulen und Kindergärten
  • Heime und Wohngruppen
  • Gefängnisse
  • Ambulante Arbeit (Streetwork, Sozialarbeit)
  • Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
  • Palliative Care und Hospiz
  • Mutter-Kind-Begleitung

Therapiebegleithund Ausbildung

Grundlage

Die Ausbildung basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Lerntheorie, Verhaltensbiologie und tiergestützten Intervention. Im Mittelpunkt stehen eine klare, gewaltfreie Kommunikation, das Verständnis für Hundesignale und die Fähigkeit, Situationen sicher und professionell zu führen.

Vermittelt werden:

​

  • Hundesprache verstehen und Stresssignale frühzeitig erkennen
  • Überforderung vermeiden und sichere Settings gestalten
  • Positive Verstärkung und Markersignaltraining
  • Hygiene, Sicherheit und rechtliche Grundlagen
  • Umgang mit Kindern, Erwachsenen und vulnerablen Gruppen
  • Selbstfürsorge des Hundes und Regeneration nach Einsätzen

Jegliche Form von Gewalt oder Zwang lehne ich strikt ab. Nur was positiv aufgebaut und verknüpft wurde, bleibt langfristig bestehen und ermöglicht nachhaltigen Erfolg – für Mensch und Hund.

Ziel ist ein Team, das vertrauensvoll, respektvoll und mit Freude zusammenarbeitet und bereit ist für seine gemeinsame Aufgabe.

Ein Therapiebegleithund mit Halstuch nimmt vorsichtig ein Leckerli von einem Holzlöffel, den eine Person hält

Ablauf & Module

So läuft die Ausbildung ab

Kein fixes Kursdatum: Starttermin und Tempo richten sich nach euch. Die Ausbildung ist eine Einzelausbildung, individuell auf Mensch und Hund abgestimmt.

01

Unverbindlich kennenlernen

Kostenloses Gespräch von ca. 15 Minuten: Wir klären eure Ausgangslage und ob die Ausbildung grundsätzlich passt.

02

Erstgespräch mit Eignungseinschätzung

Persönliches Gespräch mit Typ-, Charakter- und Eignungseinschätzung von Hund und Mensch. Bei positiver Einschätzung starten wir.

03

Module: Theorie & Praxis

Modular aufgebaut, u.a. Hundesprache und Stresssignale, positive Verstärkung und Markersignal, Hygiene, Sicherheit und rechtliche Grundlagen, Umgang mit vulnerablen Gruppen, Selbstfürsorge des Hundes.

Modulinhalte
Lerntheorie
  • Wie lernt der Hund und was muss beachtet werden?
  • Markersignal: Was ist es und wie wird es eingesetzt?
  • Wie forme ich ein bestimmtes Verhalten?
  • Wie unterstütze ich meinen Hund (in schwierigen Situationen)?
Körpersprache
  • Wie kommuniziert ein Hund? Stresszeichen des Hundes erkennen.
  • Wie kommunizieren wir Menschen mit dem Hund?
Krankheitsbilder
  • Welchen Krankheitsbildern begegnen wir im Alltag und wie kann der Hund eingesetzt werden und unterstützten?
Grundvoraussetzungen
  • Aufgaben und Pflichten des Teams
  • Kommunikation und Regeln
  • Vorbereitung auf die Einsätze
Wichtiges rund um die Einsätze
  • Besuche am Arbeitsort
  • Einrichtung und Einsätze
Erste Hilfe beim Hund
  • Anatomie und Physiologie des Hundes
  • Erste Hilfemassnahmen beim Hund

04

Praxis am Einsatzort

Begleitete Einsätze in der Einrichtung: sichere Settings aufbauen, Überforderung vermeiden, Abläufe festigen.

05

Prüfung & Zertifikat

Schriftliche und praktische Prüfung am Einsatzort. Das Zertifikat ist ein Jahr gültig.

Ein Therapiebegleithund sucht auf einem Schnüffelteppich nach einem Leckerli, das eine Hand daraufhält
Ein Therapiebegleithund mit Halstuch liegt auf einem Schnüffelteppich neben einer Person, die im Sessel sitzt

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Rezertifizierung

Qualität, die bleibt.

Alle Zertifikate sind ein Jahr gültig. Eine jährliche Rezertifizierung ist Pflicht. Sie stellt sicher, dass Teams dauerhaft sicher und professionell arbeiten.

​

Beim Therapiebegleithund umfasst die Rezertifizierung einen Praxiseinsatz und eine Nachbesprechung.

FAQ

Häufige Fragen

Noch unsicher? Schreib mir deine Fragen!

Was ist der Unterschied zwischen einem Therapiebegleithund und einem Sozialhund?

Therapiebegleithunde begleiten ihren Besitzer zur Arbeit. Der Besitzer ist im pädagogischen oder sozialen Bereich tätig.

Sozialhunde begleiten ihre Besitzer ehrenamtlich in Institutionen. Der Besitzer ist nicht im therapeutischen Bereich tätig.

Wie lange gilt das Zertifikat?

Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von einem Jahr und wird anschliessend durch eine Rezertifizierung verlängert.

Was kostet die Ausbildung zum Therapiebegleithund-Team?

Die Kosten richten sich nach den individuellen Bedürfnissen und Vorkenntnissen des jeweiligen Mensch-Hund-Teams. Da die Ausbildung ausschliesslich im Einzelsetting stattfindet und sehr individuell gestaltet wird, kann der Umfang der Begleitung variieren. Gerne erstelle ich nach einem unverbindlichen Kennenlerngespräch ein passendes Angebot.

Muss mein Hund eine bestimmte Rasse sein?

Nein. Für die Ausbildung ist die Rasse nicht entscheidend. Viel wichtiger sind Charaktereigenschaften wie Freundlichkeit, Menschenbezogenheit, Offenheit, Gelassenheit und Freude am Kontakt mit Menschen. Ein Therapiebegleithund sollte zudem über ein ausgeglichenes Wesen verfügen, stressigen Situationen gewachsen sein und sich in unterschiedlichen Umgebungen sicher bewegen können. Entscheidend ist, dass Hund und Mensch als Team harmonieren und der Hund die Voraussetzungen für die Arbeit mit Kindern und/oder anderen Menschen mitbringt.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Therapiebegleithund?

Die Ausbildungsdauer ist sehr individuell, da ich ausschliesslich im Einzelsetting arbeite. Sie richtet sich nach dem Fortschritt des Mensch-Hund-Teams sowie dem Tempo, in dem die Theoriemodule bearbeitet werden. In der Regel erstreckt sich die Ausbildung über mehrere Monate.

Was braucht mein Hund um Therapiebegleithund zu werden?

Das hängt von Charakter und Gesundheit des Hundes ab, nicht von der Rasse. Im Erstgespräch werden Hund und Mensch gemeinsam beurteilt. Grundgehorsam, Menschenfreundlichkeit und Toleranz gegenüber Lärm und Bewegung sind wichtige Voraussetzungen. Ein Therapiebegleithund sollte freundlich, ruhig, sozialverträglich und belastbar sein. Die Rasse ist weniger entscheidend als das Wesen.

Kontakt

Startklar? Jetzt unverbindlich kennenlernen.

Das Erstgespräch dauert ungefähr 15 Minuten und ist komplett unverbindlich. Wir besprechen, was zu dir und deinem Hund passt.