Therapiebegleithunde in der Schweiz werden vor allem in sozialen, pädagogischen, medizinischen und therapeutischen Einrichtungen eingesetzt. Sie wirken wertfrei, beruhigend, motivierend und unterstützen Menschen emotional, sozial, motorisch und kognitiv. Die Ausbildung ist fundiert, praxisnah und basiert auf positiver Verstärkung.
In vielen sozialen, pädagogischen und therapeutischen Einrichtungen in der Schweiz wächst der Wunsch nach Angeboten, die Menschen emotional entlasten, motivieren und im Alltag stärken. Ein Therapiebegleithund kann genau das leisten: Er bringt Wärme, Nähe und ein Stück Normalität in Situationen, die für viele Menschen herausfordernd oder belastend sind.
Ein Therapiebegleithund wirkt wertfrei, beruhigend und verbindend. Er fragt nicht nach Problemen, Fähigkeiten oder Lebensgeschichten. Er begegnet jedem Menschen so, wie er ist. Seine Anwesenheit kann Vertrauen schaffen, soziale Interaktion fördern, motorische und kognitive Prozesse anregen und Menschen helfen, sich zu öffnen. Für Kinder wie für Erwachsene kann ein Hund ein emotionaler Anker sein, der Sicherheit gibt und Freude in den Alltag bringt.
Ein Therapiebegleithund ersetzt keine Therapie – aber er ergänzt sie auf eine Weise, die tief berühren und nachhaltig wirken kann.
Voraussetzungen
Ein zukünftiger Therapiebegleithund sollte seine Welpen- und Junghundezeit ohne spezifische Aufgaben durchlaufen haben und körperlich wie psychisch gesund sein. Da Hunde sich individuell entwickeln, gibt es kein fixes Mindestalter. Eine vollständige Grundimmunisierung sowie regelmässige Auffrischungen sind obligatorisch.
Wichtige Eigenschaften sind:
- freundliches, menschenbezogenes Wesen
- Freude an Berührung und sozialem Kontakt
- hohe Toleranz gegenüber Lärm, Bewegung, fremden Gerüchen und wechselnden Umgebungen
- stabiles Nervenkostüm, Frustrationstoleranz und Stressresistenz
- sicheres Grundgehorsam und gute Orientierung am Menschen
Auch der Mensch im Team trägt eine grosse Verantwortung. Er sollte Interesse an der Arbeit mit Menschen mitbringen, mindestens 18 Jahre alt sein und bereit sein, sich selbst zugunsten des Hundes und der Klienten zurückzunehmen. Belastbarkeit, Flexibilität und die Fähigkeit, Situationen ruhig und professionell zu führen, sind hilfreich – denn Einsätze können emotional anspruchsvoll sein.
Der Einsatz des Hundes erfolgt immer freiwillig. Er soll nicht müssen, sondern dürfen. Im Erstgespräch werden Hund und Mensch sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass das Team für die jeweiligen Einsatzbereiche geeignet ist.
Ziel
Ziel ist es, qualifizierte Therapiebegleithunde‑Teams auszubilden, die Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen professionell begleiten. Die Teams sollen in der Lage sein, sichere, wertschätzende und wirksame Settings zu gestalten – immer mit Blick auf das Wohl des Hundes und die Bedürfnisse der Klienten.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Alters- & Pflegeheime
- psychiatrische Einrichtungen
- Kliniken & Rehabilitationszentren
- Schulen & Kindergärten
- Heime & Wohngruppen
- Gefängnisse
- ambulante Arbeit (Streetwork, Sozialarbeit)
- Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
- Palliative Care & Hospiz
- Mutter-Kind-Begleitung
Ein gut ausgebildetes Team erkennt Grenzen, schützt den Hund vor Überforderung und gestaltet Einsätze so, dass sie für alle Beteiligten eine Bereicherung sind.
Grundlage
Die Ausbildung basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Lerntheorie, Verhaltensbiologie und tiergestützten Intervention. Im Mittelpunkt stehen eine klare, gewaltfreie Kommunikation, das Verständnis für Hundesignale und die Fähigkeit, Situationen sicher und professionell zu führen.
Vermittelt werden u. a.:
- Hundesprache verstehen und Stresssignale frühzeitig erkennen
- Überforderung vermeiden und sichere Settings gestalten
- positive Verstärkung und Markersignaltraining
- Hygiene, Sicherheit und rechtliche Grundlagen
- Umgang mit Kindern, Erwachsenen und vulnerablen Gruppen
- Selbstfürsorge des Hundes und Regeneration nach Einsätzen
Jegliche Form von Gewalt oder Zwang lehne ich strikt ab. Nur was positiv aufgebaut und verknüpft wurde, bleibt langfristig bestehen und ermöglicht nachhaltigen Erfolg – für Mensch und Hund.
Ziel ist ein Team, das vertrauensvoll, respektvoll und mit Freude zusammenarbeitet und bereit ist für seine gemeinsame Aufgabe.
